Rezension zum Buch „Geistige Wende“
Untertitel: „Christliches Denken als Fundament des modernen Konservativismus“
von Prof. Dr. Günter Rohrmoser (Stuttgart)
erschienen 2000 im Olzog-Verlag München (ISBN 3-7892-8025-9)



Der Autor legt mit diesem Werk eine Zusammenfassung seiner philosophischen Erkenntnisse über den geistigen Zustand der Bundesrepublik Deutschland vor.

Die Spiegelung der Gegenwart, mit der vom Christentum geprägten europäischen Geschichte und deren Darstellung in Philosophie und Theologie, machen dieses Buch insbesondere durch seine kritische Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist, zu einer Orientierungshilfe für jeden um Deutschland besorgten Zeitgenossen.

Die Kompliziertheit unserer Situation zu erfassen, setzt für den Leser sowohl Grundkenntnisse deutscher Geschichte als auch des christlichen Glaubens voraus, wobei wegen des wissenschaftlichen Sprachgebrauchs dem Ungeübten ein Fremdwörterbuch zu empfehlen ist.

Die in handlichen Seitenzahlen gefassten Unterthemen erlauben es, persönlich bevorzugte Details dieser Arbeit in anderer Reihenfolge zu studieren.
Prof. Rohrmoser nimmt den ernsthaft Interessierten dergestalt in das geistige Ringen um eine geschichtliche Zukunft Deutschlands hinein, dass er für seinen Verantwortungsbereich Einsichten und Handlungsfähigkeit gewinnen kann.

Es wird dargestellt, wie die vom Christentum gelöste Aufklärung in die geistige Orientierungslosigkeit des von Nietzsche vorhergesagten Nihilismus unserer Tage führte. Die Sinnfrage drängt heute auf zielsetzende Beantwortung.

Einen weiten Raum nimmt die Zuständigkeit von Staat und Kirche/Politik und Religion ein, weil gegenseitige Kompetenzüberschreitungen zu falschen Erwartungen und Überforderung der Institutionen geführt haben. Damit gewinnt die vernunftgemäße Zwei-Reiche-Lehre des Augustin höchste Aktualität, um beide Partner zum Wohle des Ganzen wieder auf ihren ursächlichen Auftrag zurückzuführen.

Quer durch die Gesellschaft werden Identitätsprobleme attestiert, die von der Nation über die Parteien bis hin zum Menschen als Frau oder Mann reichen. Parteiprofile verschwimmen im Bestreben, den Mehrheiten monetär gefällig (wählbar) zu sein, da in Deutschland Ökonomie vor Lebenskultur rangiert.

Der Tiefgang dieses Buches reicht bis in die persönlichen und globalen irdischen Existenzfragen wie Rechtfertigung vor Gott und Wiederkunft des Christus. Damit setzen die in verantwortlicher Leidenschaft für Deutschland entfalteten Gedanken dieses Werk zu einem echten Wegzeichen geistiger Wende, das in Kirche, Politik und Volksbildung Beachtung verdient.

Hartmut Nischik
Stellv. Vors. DIE WENDE e.V.
Leipzig, den 15. Juli 2000