Das Thema „Patriotismus“, mit dem sich die Teilnehmer der WENDE-Jahrestagung 2006 in Berlin beschäftigt haben, ist derzeit aufgrund seiner Verknüpfung mit den Problemfeldern Volk, Nation sowie Globalisierung hochaktuell.
Die Tatsache, dass jeder Mensch in ein Volk mit einer bestimmten Rasse, Sprache, Geschichte und Kultur hineingeboren wird, ist nicht zufällig, sondern Schöpfungswerk Gottes. Das Reden von Völkern und Nationen zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel und ist nicht durch den Begriff „Gesellschaft“ zu ersetzen, die nur einen reinen Zweckverband bezeichnet. Der Nationalstaat selbst verleiht Freiheit und stiftet Identität. Dies ist gerade auch im Hinblick auf die sich immer schneller fortschreitende Globalisierung von großer Bedeutung.
Als Tagungsteilnehmer knüpfen wir an die Gründerväter der Bundesrepublik Deutschland an, die getrieben wurden „von heißer Liebe zum deutschen Volk“ und die erkannten, dass ein Volk „ohne Bindung an Gott, weder regiert werden noch auf Dauer blühen kann“.
Alle großen Demokratien leben aus der Einheit von Demokratie und Nationalbewusstsein. Sie sind ihrem gemeinsamen geschichtlichen Erbe verpflichtet und berufen sich auf ihre gemeinsame christliche Herkunft. Es sind dies jene Staaten, die sich zu der Würde des Menschen und zu den menschlichen Grundrechten bekennen. Eine undiskutierte, aber selbstverständlich bejahte nationale, geschichtliche und christliche Gemeinsamkeit macht diese Demokratien im politischen Sinne erst handlungsfähig. Somit wird Patriotismus zum Lebensnerv der Völker.
Die christliche Vaterlandsliebe ist daher kein bloßes Gefühl, erst recht kein Chauvinismus, kein pathetischer Patriotismus, auch keine sentimentale Volkstümelei, sondern als sittliche Pflicht lebendige Anteilnahme am Wohl und Wehe des Volkes (Kardinal Höffner).
Wir rufen deshalb alle christlichen, demokratischen und sozialen Kräfte zur Mitarbeit und zur Gestaltung unseres Vaterlandes innerhalb der demokratischen Grundordnung auf.
DIE WENDE, 11. Juni 2006
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