Erziehung

Vorwort

Die Familie war, ist und bleibt die Keimzelle eines jeden Volkes, so auch unseres deutschen Volkes. Hier zuerst werden Kinder auch mit der biblischen Botschaft bekannt gemacht, hier lernen sie die Tugenden, den Wert, den Zusammenhalt ihrer engsten, bleibenden Lebensgemeinschaft. Hier lernen sie teilen und verzichten, sich gemeinsam freuen; hier lernen sie es aber auch, ihre Konflikte, ihre Streitereien zu begrenzen, einzuzäunen, zu beenden und sich zu versöhnen. Alles dies sind unaufgebbare Tugenden, derer unser Volk notwendiger denn je bedarf.
Die Verantwortung von uns Christen für die Erziehung unserer Jugend beginnt aber nicht erst im Kindergartenalter, sondern im allerfrühesten Kindesalter, und sie hört lebenslang nicht auf. "Kinder sind ein Geschenk Gottes auf Zeit", sagte einmal der unvergessene Dichter Hans Bahrs. Leider aber sind die christlichen Erziehungsideale, so wie sie beispielhaft Pestalozzi formulierte, durch das Vordringen der 68er "antiautoritären Nicht-Erziehung" der Frankfurter Schule stark zurückgedrängt, teilweise gänzlich zerstört worden. Nach dem weltweiten Scheitern des Kommunismus-Sozialismus 1990/91 ist es deshalb wichtiger und erfolgversprechender denn je, die Verantwortung von uns Christen für die Erziehung unserer Jugend wieder in die Lebenswirklichkeit zurückzurufen.
Eugen van Laak (Jg. 1960) - Theologe und Pädagoge - macht in seinem erstmals auf der Jahrestagung der Aktion DIE WENDE in Bad Blankenburg (3. - 5. April 1998) vorgetragenen Beitrag, der nun in überarbeiteter Form vorliegt, deutlich, daß christliche Gebote in erzieherischen Fragen gerade heute wegweisende Orientierung geben. Es zeigt sich nämlich, daß sich, so beispielhaft beim Elterngebot, die Aussagen der Gebote durch viele neue entwicklungspsychologische Untersuchungen bestätigen. Christliche Lebensorientierungen, vertieft durch psychologische Einsichten, erweisen sich angesichts der auf uns zukommenden Großkrise in Staat, Wirtschaft, Kirche und Kultur als chancenreiche und attraktive Alternative gegenüber einer glaubenslosen oder bewußt atheistischen, auf Gelderwerb und "Spaßhaben" ausgerichteten Lebenshaltung. Der Beitrag ist ein Plädoyer für eine autoritative wie einfühlsame Erziehung, die Gott die Ehre gibt und die sich als sozial förderlich erweisen wird. Autoritative und zugleich einfühlsame Erziehung berücksichtigt nämlich die Erfordernisse von Glaube, Staat und Familie gleichermaßen und im harmonischen Verhältnis zueinander.



Dr. Albrecht Jebens Bruno Weinmann