Zur Lage der NationDer britische Historiker A.J.P. Taylor hat über die Westdeutschen bereits Ende der fünfziger Jahre behauptet: „In Kriegszeiten schien es , als sei die deutsche Frage nur dadurch zu lösen, dass die Deutschen aufhörten zu existieren, und das haben sie auch nun wirklich getan. Zwar sind sie noch da, aber atomisiert, jeder für sich hinlebend, gut verdienend, fleißig und wohlgenährt. Doch bereiten sie niemandem mehr Kopfzerbrechen, sich nicht und anderen nicht. Im Grunde wollen die Deutschen gar nichts anderes, als in ihrem jetzigen Zustand verharren. Das Wirtschaftswunder behagt ihnen sehr. Man muss nur aufpassen, dass niemand kommt, sie aus dem Schaf zu rütteln“ (PAZ, 8. Januar 2005). Das habe auch niemand getan, bemerkte der österreichische Schriftsteller, Diplomat und geopolitische Wissenschaftler Hans Jordis von Lohausen bezugnehmend auf das Zitat von Taylor. Er stellte fest: „Als 1989 beim Fall der Mauer Gefahr drohte, der vom Osten herüberwehende Wind könnte solches bewirken, wurde dann mit beachtlicher Geschwindigkeit vorgebeugt, und die verarmten Mitteldeutschen wurden dem durch keinerlei Anstand gezügelten Sog eines nahezu ausschließlich von den Maßstäben des Geldes bestimmten Denkens überantwortet“ (PAZ, 8. Januar 2005).

Den von der Selbstbefreiung der Deutschen völlig überraschten Westdeutschen Politikern erschien der Ruf „Wir sind das Volk“ und später „Wir sind ein Volk“ als die größte Gefahr. Sogleich maschierten linke Demonstranten und Politiker auf und skandierten: „Nie wieder Deutschland“ und „Deutschland verrecke“. Sogar der CDU-Politiker Wolfgang Schäuble ließ sich zu der Aussage hinreisen: „Wir haben absichtlich darauf verzichtet, das nationale Pathos anzusprechen. Das wäre für uns und unsere Partner nicht gut gewesen“ (PAZ, 8. Januar 2005).

Bald verschwanden die von Hammer und Sichel befreiten Deutschen Fahnen wieder und die Widmung des Reichstagsgebäudes „Dem Deutschen Volke“ wurde ganz bewußt und gezielt umgedeutet in „Der Bevölkerung“ und „Der Gesellschaft“. Damit ist die Multi-Gesellschaft gemeint, in der die Deutschen keinen Platz mehr haben sollen. Sie sollen durch Masseneinwanderung langsam aber sicher verschwinden. Letztlich läuft dieses Vorhaben auf einen Völkermord mit ganz subtilen Mitteln hinaus.

Ein Beitrag des Diplomaten Hans Arnold in der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 18. Mai 1990 gibt einen tiefen Einblick in das Denken und die Motivation in den höchsten Rängen der Kohl-Genscher-Regierung. Die Kernaussagen dieses Zeit-Beitrages faßt Bruno Bandulet zusammen: „Das künftige Deutschland wir als ein europäisches Deutschland in Europa wirtschaftlich integriert, politisch domestiziert und militärisch entmachtet sein müssen. Die Möglichkeit, wirtschaftliche Macht für politische Zwecke auszuspielen, wird es in diesem Europa für Deutschland nicht geben. Für das künftige Deutschland sollte es daher nicht länger darum gehen, dass kein Krieg mehr von deutschem Boden ausgehen darf. Vielmehr sollte von diesem jetzt die Entnationalisierung der europäischen Nationalstaaten ausgehen. Im eigenen Interesse und in dem Europas wird Deutschland unter gesamteuropäischer Kontrolle und Garantie zur militärischen Bedeutungslosigkeit schrumpfen müssen. Die Initiative für eine solche dreifache Einordnung Deutschlands in das künftige Europa sollte von Deutschland selbst ausgehen. Einmal, weil dies jetzt die historische Aufgabe für die deutsche Politik ist. Aber auch, um vorzubeugen, dass bei einer Lösung, die nur von außen käme, einem eventuellen nationalistischen `Versailles-Komplex` der Boden bereitet würde“ (PAZ, 8. Januar 2004, S 5).

Die Abschaffung der D-Mark, die Aufgabe des eigenen Binnenmarktes, die Entnationalisierung Europas zugunsten der Brüsseler Bürokratie, die Schrumpfung der Bundeswehr zu einem Instrument internationaler Interessen und vor allem der abgrundtiefe Haß, der immer wieder gegen unser Volk und alles Deutsche gepredigt wird – all das ist Realität geworden.
Die Wende, Januar 2005